Micron Document
<!DOCTYPE html>
<html class="client-nojs vector-feature-language-in-header-enabled vector-feature-language-in-main-page-header-disabled vector-feature-page-tools-pinned-disabled vector-feature-toc-pinned-clientpref-0 vector-toc-not-available vector-feature-main-menu-pinned-disabled vector-feature-limited-width-clientpref-1 vector-feature-limited-width-content-enabled vector-feature-custom-font-size-clientpref-1 vector-feature-appearance-pinned-clientpref-0 skin-theme-clientpref-day vector-sticky-header-enabled" lang="de" dir="ltr"><head>
<meta charset="UTF-8">
<title>Siegburger Reform</title>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<link rel="icon" type="image/png" href="./_res_/favicon.png">
<link rel="canonical" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Siegburger_Reform"> <link href="./_mw_/ext.wikimediamessages.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.icons.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.search.codex.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<meta name="ResourceLoaderDynamicStyles" content="">
<link href="./_mw_/ext.gadget.citeRef.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.defaultPlainlinks.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonHide.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonLayout.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonStyle.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiDarkmode.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiResponsive.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.specialSearch.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/site.styles.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/noscript.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/footer.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/vector-2022.css">
</head>
<body class="skin--responsive skin-vector skin-vector-search-vue mediawiki ltr sitedir-ltr mw-hide-empty-elt ns-0 ns-subject page-Siegburger_Reform rootpage-Siegburger_Reform skin-vector-2022 action-view">
<div class="mw-page-container">
<div class="mw-page-container-inner">
<div class="mw-content-container">
<main id="content" class="mw-body">
<header class="mw-body-header vector-page-titlebar">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Siegburger Reform</span></h1>
</header>
<a id="top"></a>
<div id="bodyContent" class="vector-body ve-init-mw-desktopArticleTarget-targetContainer" aria-labelledby="firstHeading" data-mw-ve-target-container="">
<div id="contentSub">
<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Als <b>Siegburger Reform</b> bezeichnet man die auf den Kölner Erzbischof <a href="Anno_II." title="Anno II.">Anno II.</a> zurückgehende klösterliche Reformbewegung des <a href="Benediktiner" title="Benediktiner">benediktinischen Mönchtums</a> und auch einiger Frauenklöster im späten 11. und frühen 12. Jahrhundert.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entstehung">Entstehung</h2></div>

<p>Benannt ist die Reform nach dem <a href="Abtei_Michaelsberg" class="mw-redirect" title="Abtei Michaelsberg">Kloster Siegburg</a>. Anno II. hat dieses 1064 gegründet. Der erste Konvent bestand aus Mönchen aus dem <a href="Reichsabtei_St._Maximin" title="Reichsabtei St. Maximin">Kloster St. Maximin</a> in <a href="Trier" title="Trier">Trier</a>. Dieses war eines der Zentren der <a href="Gorzer_Reform" class="mw-redirect" title="Gorzer Reform">Gorzer Reform</a> in Deutschland. Später wandte sich Anno von dieser Richtung ab. Dabei spielten nicht zuletzt weltliche Gründe eine Rolle, lag Anno doch mit Abt Dietrich von St. Maximin wegen des <a href="Kloster_Malmedy" title="Kloster Malmedy">Klosters Malmedy</a> im Streit.
</p><p>Von einer Reise nach Italien 1070 brachte Anno mehrere Mönche des <a href="Abtei_Fruttuaria" title="Abtei Fruttuaria">Klosters Fruttuaria</a> mit nach Deutschland. Diese Abtei orientierte sich an dem Vorbild von <a href="Cluniazensische_Reform" title="Cluniazensische Reform">Cluny</a>, war aber unabhängig. Die monastische Ausrichtung von Fruttuaria schien für Anno zukunftsweisend zu sein. Als Modell für die Umsetzung hatte er Siegburg ausersehen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Inhalte">Inhalte</h2></div>
<p>Inhaltlich war das Siegburger Modell eine <a href="Ordensregel" title="Ordensregel">Mischobservanz</a> aus über Fruttuaria vermittelten <a href="Cluniazensische_Reform" title="Cluniazensische Reform">clunianziensischen</a> Elementen, Aspekten der <a href="Klosterreform_von_Gorze" title="Klosterreform von Gorze">Gorzer Reform</a> und speziellen Vorstellungen Annos. Die Siegburger Variante der Reform unterschied sich vom Modell Cluny dadurch, dass keines der Klöster eine Vorrangstellung haben sollte. Dies änderte sich spätestens in der Zeit von Erzbischof <a href="Friedrich_I._von_Schwarzenburg" title="Friedrich I. von Schwarzenburg">Friedrich I.</a>, als ein engerer Zusammenschluss entstand.
</p><p>Wichtiger noch war, dass die Klöster der Siegburger Observanz nicht direkt dem Papst unterstellt waren, sondern in den Diözesanverband eingebettet blieben. Dies bedeutet, dass die <i>libertas coloniensis</i> Annos den Brüdern zwar freie Abts- und Vogtswahlen zugestand, die Äbte aber zum Besuch der jeweiligen <a href="Di%C3%B6zesansynode" title="Diözesansynode">Diözesansynode</a> verpflichtet waren und dem Bischof untergeordnet blieben. Außerdem benötigte der gewählte <a href="Abt" title="Abt">Abt</a> die Bestätigung durch den Bischof. Gegenüber der Klosterreform von Gorze, die befürwortete, dass die Äbte Dienst am Hof der Fürsten oder der Bischöfe als Landesherren ausführen sollten, war dies im Siegburger Modell nicht vorgesehen. Die Anlehnung an den <a href="Bischof" title="Bischof">Bischof</a> sorgte zwar dafür, dass die weltlichen Klostervögte keinen nennenswerten Einfluss auf die Gemeinschaften nehmen konnten, hatten aber auch zur Folge, dass die Klöster keine vom Bischof unabhängige Politik machen konnten. Insgesamt lässt sich die Siegburger Richtung als eine bischöfliche Reformbewegung charakterisieren, wenngleich die Äbte in Siegburg später in eine gewisse Konkurrenz mit den Erzbischöfen gerieten. Eine Verbandsbildung, wie sie Cluny betrieb, blieb aber aus.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entwicklung">Entwicklung</h2></div>

<p>Als die bisherigen Mönche in Siegburg sich weigerten ihm zu folgen, schickte Anno sie kurzerhand in ihr Heimatkloster zurück. In ähnlicher Weise setzte er die neuen Satzungen in <a href="St._Pantaleon_(K%C3%B6ln)" title="St. Pantaleon (Köln)">St. Pantaleon</a> in Köln durch, wie <a href="Lampert_von_Hersfeld" title="Lampert von Hersfeld">Lampert von Hersfeld</a> berichtet hat. Nach der Vertreibung der bisherigen Mönche kam es in Köln zu gewaltsamen Aufständen. Zwar blieb St. Pantaleon ein Kloster im Sinne Siegburgs, aber die Nachfolger Annos sahen aus Furcht vor weiterem Widerstand davon ab, auch die übrigen Kölner Klöster im Sinne Annos zu reformieren.
</p><p>Anfangs durch die Mönche aus Siegburg wurde die Reform weiter verbreitet. Zunächst beschränkte sich die Ausbreitung auf das <a href="Erzbistum_K%C3%B6ln" title="Erzbistum Köln">Erzbistum Köln</a>. Anno und seine Nachfolger führten sie bis 1120 in <a href="Benediktinerabtei_Saalfeld" title="Benediktinerabtei Saalfeld">Saalfeld</a>, <a href="Abtei_Brauweiler" title="Abtei Brauweiler">Brauweiler</a>, <a href="Kloster_Grafschaft" title="Kloster Grafschaft">Grafschaft</a>, <a href="M%C3%B6nchengladbacher_M%C3%BCnster" title="Mönchengladbacher Münster">Gladbach</a>, <a href="Abtei_Deutz" title="Abtei Deutz">Deutz</a>, <a href="Gro%C3%9F_St._Martin" title="Groß St. Martin">Groß St. Martin</a> in Köln und <a href="Kloster_Boke" title="Kloster Boke">Flechtdorf</a> ein. Auch in den <a href="Suffragan" class="mw-redirect" title="Suffragan">Suffraganbistümern</a> <a href="Bistum_Minden" title="Bistum Minden">Minden</a>, <a href="Bistum_M%C3%BCnster" title="Bistum Münster">Münster</a>, <a href="Bistum_Osnabr%C3%BCck" title="Bistum Osnabrück">Osnabrück</a> und <a href="Bistum_Utrecht" class="mw-redirect" title="Bistum Utrecht">Utrecht</a> wurde die Siegburger Reform in einigen Klöstern eingeführt. Seit 1126 fand sie auch Eingang in der <a href="Bistum_Regensburg" title="Bistum Regensburg">Diözese Regensburg</a>. Durch Abt <a href="Konrad_I._von_Raitenbuch" title="Konrad I. von Raitenbuch">Kuno von Siegburg</a> wurde mit dem <a href="Nonnenwerth" title="Nonnenwerth">Kloster Nonnenwerth</a>, auf einer Rheininsel gelegen, 1110 das erste Frauenkloster im Sinne der Reformation eingerichtet. Später kamen einige Frauenkonvente in Köln und Gladbach hinzu.
</p><p>Wegen ihrer auf den Bischof und nicht auf den Papst ausgerichteten Struktur nahm die Siegburger Richtung während des <a href="Investiturstreit" title="Investiturstreit">Investiturstreites</a> nicht die Position Roms ein, sondern blieb insgesamt neutral. Dies unterschied sie deutlich von der <a href="Hirsauer_Reform" title="Hirsauer Reform">Hirsauer Observanz</a>. Etwa um 1170 verlor die Siegburger Reformation an Schwungkraft, nicht zuletzt weil sie die Unterstützung der hohen Geistlichkeit und des Adels verlor. Dazu trug insbesondere bei, dass die neuen Orden der <a href="Zisterzienser" title="Zisterzienser">Zisterzienser</a> (Mönchsreform) und <a href="Pr%C3%A4monstratenser" title="Prämonstratenser">Prämonstratenser</a> (Reformkanoniker) an die Spitze der monastischen Reformbewegung traten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Wilfried Hartmann: <i>Der Investiturstreit</i>. München, 1990. S. 56</li>
<li>Edeltraud Klueting: <i>Monasteria Semper reformanda</i>. Hamburg, 2005<a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=7v0APIz_npUC&amp;pg=PA22&amp;dq=Siegburger+reform&amp;sig=9fEbMhs7wWxJhqvFPM3pBLGS8tA">Teildigitalisat</a></li>
<li>Hans-Joachim Kracht: <i>Die Gründung der Abtei Grafschaft durch Erzbischof Anno II. von Köln und die Siegburger Reformen</i>. In: Josef Wiegel (Hrsg.): Grafschaft. Beiträge zur Geschichte von Kloster und Dorf. Grafschaft, 1972. S. 53–64</li>
<li>Josef Semmler: <i>Die Klosterreform von Siegburg. Ihre Ausbreitung und ihr Reformprogramm im 11. und 12. Jahrhundert</i>. (= <i>Rheinisches Archiv</i>, 53) Bonn, 1959.</li>
<li><a href="Erich_Wisplinghoff" title="Erich Wisplinghoff">Erich Wisplinghoff</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://germania-sacra-datenbank.uni-goettingen.de/files/books/NF%209%20Wisplinghoff%20Siegburg.pdf"><i>Die Benediktinerabtei Siegburg</i>.</a> Berlin, 1975 S. 21ff.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/themen/Das%20Rheinland%20im%20fr%C3%BChen%20und%20hohen%20Mittelalter/Seiten/SiegburgerReform.aspx">Christian Hillen: Die Siegburger Reform</a></li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-04-07" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Siegburger_Reform&amp;oldid=254950131">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
</div>
</div><!--/htdig_noindex--></div>
</div>
</main>
</div>
</div>
</div>
<script src="./_webp_/webpHandler.js"></script>

</body></html>